Delegation aus Ägypten zu Besuch bei Paula Panke e.V.

Am 10. 12. 2019 besuchten uns 15 ägyptische Politiker*innen, die sich in ihrer Heimat für Frauenrechte engagieren. Die Jurist*innen fragten nach den Ursachen von häuslicher Gewalt in einer solch ökonomisch und kulturell entwickelten Gesellschaft wie in Deutschland. Sie interessierten sich für unser Empowerment für Frauen und die politische Auseinandersetzung mit dem Thema Gewalt gegen Frauen.

Gemeinsam diskutierten wir mit unseren Gästen über die Ursachen, die Prävention und den Schutz von Frauen* und Kindern  vor häuslicher Gewalt, deren Ende auch in Deutschland weiterhin eine große Herausforderung bleibt.

Vielen Dank für diesen freundlichen Besuch und den Austausch!

„Wie kam ich nur in dieses fremde Kleid?“ – ein lebendiger Abend im Rathaus

Der Arbeitskreis  Pankower Frauenprojekte, der Frauenrat Pankow und die Gleichstellungs- und Integrationsbeauftragte des Bezirksamt Pankow hatten am Freitag den 13. Dezember ins schöne Rathaus Pankow erstmalig zu einem großen Erzählsalon geladen. Der Austausch von Erfahrungen und Erinnerungen aus der Zeit gesellschaftlicher Transformation in den Jahren 1989/90/91 von Frauen* unterschiedlicher Herkunft stand im Mittelpunkt des Erzählens. Alle waren aufgeregt, ob das Konzept eines „großen offenen“ Erzählens zwischen Frauen* unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Herkunft und kultureller Prägung aufgehen wird.

Stimmungsvollen Auftakt gab die bekannte Pankower Kolumnistin, Schriftstellerin und Moderatorin Lea Streisand mit einer kurzen Lesung aus ihrem neuen Buch „ Hufeland Ecke Bötzow“.

Die Pankower Gleichstellungsbeauftragte Heike Gerstenberger und der Pankower Bürgermeister Sören Benn begrüßten freundlich alle Teilnehmer*innen des großen Erzählsalons. In kleinen Gesprächsgruppen sprachen die Gäste über ihre persönlichen Erfahrungen und Erinnerungen. Was hat jede*r in den vergangenen 30 Jahren verloren, was für sich gewonnen? Was verbindet uns mit den Frauen*, die sich hier ein neues Zuhause aufbauen? Die Gespräche wurden musikalisch begleitet und künstlerisch festgehalten.

Nach der abschließenden Podiumsdiskussion, die einen lebendigen Austausch zwischen hiesigen Pankower Aktivistinnen* und migrantischen Pankower  Aktivistinnen*, die vor und nach der „Wende“ nach Deutschland kamen, bot, ließen die Teilnehmer*innen den Abend fröhlich ausklingen.

Wir verabschieden uns von unserer Kollegin Birgit Sawatzki! Sie beginnt am 1. Januar 2020 eine neue Tätigkeit. Noch ein Abschied bei Paula Panke. Wir danken Birgit für die jahrelange engagierte Arbeit im Bereich Zufluchtswohnungen und Beratung und wünschen ihr alles Beste und viel Erfolg auf neuen Wegen!

 

Stellenausschreibung des Anti-Gewalt-Projekts

Für das Antigewaltprojekt Zufluchtswohnungen von Paula Panke e.V. suchen wir ab sofort eine

Sozialpädagogin* / Sozialarbeiterin*

für 28 Wochenstunden, Vergütung angelehnt an TVL Berlin.

In den beiden Zufluchtswohnungen für Frauen und Kinder als einem integrierten Projekt des Frauenzentrums werden Frauen* mit ihren Kindern beraten und betreut, die von psychischer und/oder physischer Gewalt durch ihren Partner und/oder Familienangehörige bedroht und/oder betroffen sind.

Das Arbeitsgebiet umfasst:

  • konzeptionelle Arbeit und Weiterentwicklung des Projekts
  • sozialpädagogische und psychologische Beratung und Betreuung der Frauen und ihrer Kinder, Krisenintervention und Unterstützung bei der Aufarbeitung der Gewalterfahrungen
  • Kooperation mit Behörden und Institutionen und konkrete Unterstützung bei der Durchsetzung der Interessen der betroffenen Frauen und ihrer Kinder
  • Vermittlung von fachspezifischer Beratung und Unterstützung zur Schaffung einer eigenständigen Lebensperspektive
  • Begleitung zu Ämtern, Gerichten, Schulen, Rechtsanwält*innen, Ärzt*innen, Krankenhäusern etc.
  • Klärung finanzieller Ansprüche (BSHG, Erziehungsgeld, Kindergeld, Jobcenter-Bezug / LAF, Kindergeld, Unterhaltsvorschuss)
  • Unterstützung bei der beruflichen Orientierung
  • Kooperation mit anderen Beratungseinrichtungen, Krisendiensten und Antigewaltprojekten sowie Netzwerkarbeit
  • Öffentlichkeitsarbeit für das Thema Zufluchtswohnung

Voraussetzungen:

  • Sozialpädagogischer oder fachähnlicher Fachhochschulabschluss
  • Erfahrung in der Arbeit mit von Gewalt betroffenen Frauen* und ihren Kindern
  • Fähigkeit zur eigenverantwortlichen Projektarbeit bei gleichzeitiger Einsatzbereitschaft in einem interdisziplinären Team
  • feministisches Selbstverständnis
  • Aufgeschlossenheit für neue Arbeitsansätze und zur Weiterbildung
  • interkulturelle Kompetenz

 

Bewerbungen von Frauen*/Women* of Color/aller Nationalitäten, die die Voraussetzungen der Stellenbeschreibung erfüllen, sind ausdrücklich erwünscht. Bei gleicher Eignung und Befähigung werden Bewerbungen von schwerbehinderten Menschen bevorzugt berücksichtigt.

Wir freuen uns außerdem über Bewerbungen von Frauen*, die über Fremdsprachen- oder Gebärdensprachenkompetenz verfügen.

Ihr Bewerbungsschreiben mit tabellarischem Lebenslauf und den üblichen aussagefähigen Unterlagen in einer PDF-Datei senden Sie bitte per E-Mail an:

Frau Dr. Ursula Geißler

frauenzentrum@paula-panke.de

Die Bewerbungsfrist endet am 5. Januar 2020. Vom 13. bis 17. Januar 2020 werden die Bewerbungsgespräche im Frauenzentrum Paula Panke e.V., Schulstraße 25, 13187 Berlin, durchgeführt.

 

Pankower Ehrenamtspreis für Montaha Saloom

Die Bezirksverordnetenversammlung Pankow von Berlin hat am Freitag, dem 29. November 2019 im Rahmen einer Festveranstaltung im Rathaus Pankow den Preis für ehrenamtlich Tätige verliehen.

Wir freuen uns sehr, dass Montaha Saloom für ihre ehrenamtliche Arbeit bei Paula Panke von der Bezirksverordnetenversammlung Pankow mit dem Ehrenamtspreis 2019 ausgezeichnet wurde!

Montaha Saloom ist die arabisch-sprachige Leiterin der Selbsthilfegruppe geflüchteter Frauen* „Bittula“ im Frauenzentrum Paula Panke e.V. Sie unterstützt die Frauen* in ihrem Alltag in Berlin, berät bei familiären und persönlichen Problemen und begleitet die Frauen* bei Bildungs-und Informationsveranstaltungen sowie bei Ausflügen.

Montaha ist selbst eine geflüchtete Frau. 2015 kam sie aus Syrien nach Deutschland und engagiert sich mittlerweile schon seit Jahren im Frauenzentrum Paula Panke e.V.

Durch ihr unablässiges Engagement, ihre Zuverlässigkeit, Kreativität und ihre herzliche Art hat Montaha mit der Selbsthilfegruppe einen Ort des Vertrauens geschaffen.

Liebe Montaha, wir gratulieren dir ganz herzlich für diesen wohlverdienten Preis, danken dir für deine Unterstützung und hoffen, du bleibst Paula Panke noch lange erhalten!

Anne Wizorek bei Paula Panke

Im Rahmen der Aktionswoche „Nein zu Gewalt an Frauen*“ hielt Anne Wizorek am 27.11. bei Paula Panke einen Vortrag über Sexismus, sexualisierte Gewalt und darüber, was für Chancen (digitale) Widerstandsmöglichkeiten wie Hashtags bieten, um gegen das Patriarchat und seine Machtstrukturen zu kämpfen.

Anne Wizorek selbst ist Mitinitiatorin des Hashtags #aufschrei und seit Jahren feministische Netzaktivistin. Sie gewährte uns einen spannenden Einblick in antifeministische Debatten der letzten Jahre, welche von rechten, rassistischen und sexistischen Personengruppen getragen werden.

In rechtsextremen Kreisen wird Feminismus oft für sich vereinnahmt, wenn die vermeintlichen Täter migrantisch markierte Männer, und die Opfer weiße Frauen sind. Antirassistische Feministinnen* jedoch müssen Vergewaltigungs- und Gewaltandrohungen, sowie extreme Beleidigungen aushalten.

Gegen diese Zustände gilt es nach wie vor zu kämpfen. Feminismus ist intersektional und antirassistisch! Danke, liebe Anne, für deine wichtige Arbeit und diesen motivierenden Vortrag!

25 Jahre Zufluchtswohnung bei Paula Panke!

Am 27.11.2019 haben wir bei Paula im Rahmen der Aktionswoche “Nein zu Gewalt gegen Frauen*” das 25-jährige Jubiläum unserer Zufluchtswohnung gefeiert!

Unsere Zufluchtswohnung verfügt über spezifische Angebote für gehörlose und geflüchtete Frauen*. Die Bewohnerinnen* der Wohnung haben zudem die Möglichkeit,  die vielfältigen Angebote des Frauenzentrums wie Rechtsberatung, Sozial- und Lebensberatung und Mutter-Kind-Gruppen zu nutzen.

Von 1994 bis 2019 lebten 194 Frauen* und 200 Kinder in unseren beiden Schutzwohnungen. 192 Frauen* und deren Kinder haben den ersten Schritt in eine eigene Wohnung geschafft, um sich ein gewaltfreies Leben aufzubauen.
Danke an die Kolleg*innen und Unterstützer*innen, die dies möglich gemacht haben!

Häusliche Gewalt ist kein privates Problem!
Es bedarf dringend an mehr Schutzräumen für von Gewalt betroffene Frauen* und ihre Kinder.

Ein Artikel zu unseren Zufluchtswohnungen findet ihr hier.

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

Anlässlich des 25. Novembers, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, wurde erstmalig am Roten Rathaus eine Flagge gehisst, um ein Zeichen gegen die Gewalt an Frauen zu setzen.

Allerdings gibt es noch viel zu tun, die Anzahl der Plätze für Frauen in Frauenhäusern sind zu gering und die Wartezeiten für Beratungen zu lang!

Aus diesem Grund versammelten sich Vertreter*innen des BerlinerFrauenNetzwerk, von verschiedenen Berliner Frauen Projekten/Anti-Gewalt Projekten, um auf diese Missstände aufmerksam zu machen.
Paula Panke war auch dabei!

Aktion “Für ein Ende der Gewalt gegen Frauen*”

Am Samstag den 16.11. waren wir bei der Aktion „Wir leben Widerstand! Für ein Ende der Gewalt gegen Frauen*!“ am Herrmannplatz dabei. Trotz der Kälte versammelten sich ca. 150 Teilnehmer*innen, um auf die durch patriarchale Strukturen geförderte Gewalt gegen Frauen* mit Redebeiträgen, Gesang und einem abschließenden Schrei aufmerksam zu machen.

Allein in Deutschland wird jeden dritten Tag eine Frau ermordet. In den verschiedenen Redebeiträgen wurde besonders betont, dass Gewalt gegen Frauen* ein globales Problem ist, die die verschiedensten Frauen* betrifft.

Danke and die Teilnehmer*innen und Organisator*innen für diese wichtige Aktion !

Weitere Veranstaltungen und Aktionen zum internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25.11. findet ihr hier.

“Nenn mich November” – ein Abend mit Kathrin Gerlof

Passend zum Monat las Katrin Gerlof am vergangenen Mittwoch aus ihrem 2018 erschienenen Roman „Nenn mich November“. Katrin Gerlof nahm die Besucherinnen mit in die Welt von Marte und David, die Privatinsolvenz anmelden müssen und aus der Stadt in die ostdeutsche Provinz ziehen, um sich dort ein neues Leben aufzubauen. Die Geschichten, die Kathrin Gerlof in ihrem Buch aufgreift, erzählen von Landflucht, Arbeitslosigkeit, Wendeverlierer*innen und Geflüchteten.

Wie auch sonst, gab es im Anschluss wieder spannende Gespräche, unter anderem darüber, wie sich das Ende der DDR auf die ländlichen Gebiete in Ostdeutschland ausgewirkt hat.

Danke an Karin Gerlof  für diesen schönen Abend!