Ein Jahr Schutzwohnung für geflüchtete Frauen und Kinder – endlich ankommen!

Das Frauenzentrum Paula Panke e.V. engagiert sich seit Jahrzehnten gegen Gewalt an Frauen. Die erste Zufluchtswohnung für gewaltbetroffene Frauen und Kinder entstand im Jahr 1994.

Im vergangenen Dezember konnte in Kooperation mit der Gesobau  eine Schutzwohnung für geflüchtete Frauen und deren Kinder zur Verfügung gestellt werden. Die Gesobau  übergab dem Frauenzentrum eine Wohnung, richtete sie  ein und begleitet seitdem das Projekt.

Möglich ist dieses in Pankow einmalige Angebot  auch durch das Engagement der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, die  das Projekt durch die Bereitstellung von Personalkosten unterstützt.

Die Mitarbeiterinnen des Frauenzentrums Paula Panke e.V.  unterstützen die geflüchteten Frauen und deren Kinder darin, Normalität aufzubauen und einen Alltag ohne Gewalt, Angst und Krieg zu leben.

Viele Frauen und Kinder leben immer noch von Gewalt betroffen, sie wurden zwangsverheiratet, leben in massiver Abhängigkeit und befinden sich an Orten, die Ihnen nicht bekannt sind. Sie halten Kontakt zu in allen Ländern der Welt verstreuten Familienangehörigen, bekommen Fotos von gestorbenen Kindern aus Kriegsgebieten und versuchen den Albtraum Krieg zu vergessen.

Diese Wohnung ist ein erster Schritt, um alle Formen von Gewalt hinter sich zu lassen und den Alltag endlich frei und selbstbestimmt zu leben lernen.

In Gedenken Horst Hussel

Die Nachricht über den Tod des Pankower Künstlers Horst Hussel hat

uns traurig und betroffen gemacht. Ihm verdankt unser Frauenzentrum

Paula Panke das bis heute gültige wunderschöne Logo. Diese seine Grafik

begleitet uns nun schon seit über zwanzig Jahren.

Sein Wirken und sein Vermächtnis sind Teil unserer  Geschichte.

Unser Mitgefühl gilt seinen Angehörigen.

Vorstand und Verein des Frauenzentrums Paula Panke

Ein Zeichen gegen Gewalt

Am 25.11. findet seit den 80er Jahren der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen statt. Dieses Jahr erlebte Berlin etwas ganz Besonderes: Erstmalig wurde das Theaterstück „Die Vagina Monologe“  mit den tauben Schauspielerinnen Jacqueline Heidenreich, Sandy Knispel, Bettina Kokoschka und Rosemarie Tobor-Schmidt und der Regisseurin Ute Sybille Schmitz auf die Bühne gebracht. Jede Schauspielerin hatte ihre eigene Stimme, die die Gebärdensprache für die hörenden Zuschauer*innen in Lautsprache übersetzte. Schon bald verschwammen Stimmen und Schauspielerinnen und wurden eins für die über 200 Zuschauer*innen.

„Wir wünschen uns, dass dieses Stück deutschlandweit Aufsehen erregt und dass es noch mehr Menschen erleben dürfen. Es ist nicht nur ein Stück gegen Gewalt, sondern steht für Respekt und Liebe zu sich und dem eigenen Körper“, so eine Mitarbeiterin des Frauenzentrums Paula Panke e.V., die das Theaterstück im City Kino Wedding begeistert mitverfolgte. „Es ist ein Stück für alle Frauen* und Männer*, das Grenzen aufheben und Inklusion leben lässt.“

Hintergrund: Die Autorin Eve Ensler hat aus etwa 200 Interviews mit verschiedenen Frauen* eine Sammlung von Monologen geschaffen, die von der Beziehung und Betrachtungsweisen der Vagina, von ersten und auch späten sexuellen Erfahrungen und von Gewalt berichtet.

Realisiert dank einer Kooperation von Sinneswandel gGmbH, dem Aktionsbündnis gegen Gewalt an gehörlosen Menschen, der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, der Geschäftsstelle Gleichstellung und der Landesarbeitsgemeinschaft der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten der Berliner Bezirke.

Das Frauenzentrum Paula Panke ist Teil des Aktionsbündnisses gegen Gewalt an gehörlosen Menschen.

Back to the future

„Wie es war, wie es ist und wie es werden könnte“ diskutierten 9 feministische Aktivist*innen im Rahmen des Projekts „Back to the future“, dass von Mitte Mai bis Ende Oktober 2017 auf Initiative der filia Frauenstiftung durchgeführt wurde. Das Frauenzentrum Paula Panke beteiligte sich an dem länder- und generationenübergreifenden Projekt mit „feministischen Dialogen“ zwischen älteren und jüngeren Aktivist*innen aus verschiedenen Lebenslagen. Die Projektleiterinnen Astrid Landero und Nicole Raabe stellen die Projektergebnisse an diesem Wochenende bei der Konferenz „Feminists in Dialogue – Bridging the Gap“ (filia Frauenstiftung, Women’s Fund in Georgia, Ukrainian Womens‘ Fund) in Kiew vor.

Was gibt es Verbindendes und Gemeinsames zwischen Frauen*generationen und feministischen Aktivist*innen? Welches Potential haben die generationenübergreifenden Gemeinsamkeiten für feministische Kämpfe?

Über diese und andere Fragen diskutierte Anne Wizorek (Bloggerin) mit Cristina Perincioli (Filmemacherin). Im Gespräch zwischen Prof. Dr. Nivedita Prasad (Alice Salomon Hochschule Berlin) und Tuğba Tanyılmaz (GLADT, Initiative I-Päd) sowie Nurey Özer (Initiative I-Päd) ging es auch um die gemeinsame Erfahrung von Rassismus und Sexismus und den generationenübergreifenden Kampf von Women of Color in Deutschland. Astrid Landero (Frauenzentrum Paula Panke) sprach mit Michi Brosig (Tivolotte Mädchenzentrum) darüber, wie feministische Ziele in der praktischen Arbeit erreicht werden können. Im Gespräch zwischen der Bildungsreferentin Dr. Regina Wegener mit der ungarischen Soziologin Zsuzsa Petrás wurden die historischen Ähnlichkeiten und Unterschiede zweier Generationen von Frauen* mit Ostbiographie deutlich.

Die Gespräche zwischen den Frauen* wurden in vier Episoden aufgezeichnet, die im Rahmen einer Hörnacht zu gelebtem Alltagsfeminismus am 14. Februar 2018 im Frauenzentrum Paula Panke präsentiert werden. Über die Durchführung des Projekts und ihre Erlebnisse in Kiew berichten Nicole Raabe und Astrid Landero schon am 6. Dezember 2017.

Wir gratulieren

Wir wünschen Dr. Ursula Geißler zu ihrem 70. Geburtstag von Herzen alles Liebe und Gute, Gesundheit, Fröhlichkeit und weiterhin viel Lebensfreude. Wir danken ihr für über 20-jährige engagierte Mitarbeit im Verein und im Vorstand vom Frauenzentrum Paula Panke e.V. Frau Geißler bereichert unsere Arbeit nun schon seit vielen Jahren auf intellektuell-philosophischer Ebene, durch tatkräftiges Engagement bei der Unterstützung geflüchteter Familien in Berlin und als aktive Vorstandsfrau. Wir freuen uns auf viele weitere Jahre vertrauensvoller, engagierter Zusammenarbeit.

Besuch aus der Ukraine

Wir freuen uns über den Besuch von genderpolitischen Aktivistinnen und Expertinnen aus der Ukraine, die, auf Initiative der Friedrich-Ebert-Stiftung, eine Woche in Berlin zu Besuch sind, um die Arbeit deutscher Organisationen kennenzulernen, Erfahrungen auszutauschen und Anregungen für eigene Initiativen zu erhalten. Astrid Landero, Projektleiterin des Frauenzentrums Paula Panke, berichtete über die Entstehungszusammenhänge des Zentrums im Rahmen der gesellschaftlichen Umbrüche 1989, wie ost- und westdeutsche Feministinnen zuerst eine Verständigungsebene finden mussten und welche Schwerpunkte die Arbeit des Frauenzentrums damals wie heute ausmachen. Das Gespräch mit den ukrainischen Aktivistinnen hat gezeigt, dass, sowohl in der Ukraine als auch Deutschland, von den 90er Jahren bis heute, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Frauen einer der wichtigsten Ansätze hin zu Gleichberechtigung auf allen gesellschaftlichen Ebenen ist. Paula Pankes Modell der flexiblen Kinderzeitbetreuung war diesbezüglich wegweisend und hat, mit solidarischer Unterstützung verschiedener Generationen von Frauen, vielen, v.a. alleinerziehenden Frauen in Pankow volle Erwerbstätigkeit und Unabhängigkeit ermöglicht.

Welcome Dinara Assanova

Von Oktober bis Dezember absolviert Dinara Assanova über das Institut für Auslandsbeziehungen (CrossCulture Förderprogramm) bei Paula Panke ein Berufspraktikum. Dinara  hat in ihrer Heimat Kasachstan Politikwissenschaften studiert. Nach ihrem Studium sammelte sie umfangreiche Erfahrungen auf sozialem und auch wirtschaftlichem Gebiet. 2006 gründete sie die NGO “ Women of Kazakhstan“, die sie bis heute leitet. Ihre NGO engagiert sich für die Sichtbarkeit und Würdigung historischer Frauenpersönlichkeiten, fördert die aktive Beteiligung von Frauen an Friedensprozessen und unterstützt den Zugang zu Bildung für Frauen und Mädchen aus ländlichen Gegenden

Dinara Assanova sucht den Austausch mit deutschen Aktivistinnen, die sich für Frauenrechte engagieren. Zu uns gekommen ist sie mit einem Koffer voller Ideen für gemeinsame Projekte und für einen intensiven politischen und kulturellen Austausch. Wir sind voller Neugier und freuen uns auf die gemeinsame Zeit mit Dinara Assanova bei Paula Panke.

Eat&Meet am Wahlsonntag

Am Wahlsonntag wurde bei Paula Panke geredet, gescherzt, gespielt, gemalt, geknetet, geformt, gebraten und gebrutzelt. Mit über 20 Frauen und Kindern aus Afghanistan, dem Irak und Syrien haben wir den Wahlsonntag fröhlich verbracht. Köstlichkeiten aus den Herkunftsländern der Frauen machten die Runde. Ein syrisches Mädchen schrieb unter ihr Bild:

„Schön, dass Ihr da seit, dass wir zusammen sind.“

Wir ahnten wohl schon, dass unsere Sonntagsgestaltung eine passende hochaktuelle Antwort auf dieses Wahlergebnis sein wird. Für uns gilt nun: Jetzt erst recht! Gemeinsam leben, gemeinsam gegen Rassismus und völkische Propaganda aufstehen!

Heike Gerstenberger : Agentin des Wandels

In unserem letzten biografischen Erzählcafé hatten wir die große Ehre eine Agentin des Wandels bei uns zu begrüßen. Heike Gerstenberger setzt sich als Gleichstellungsbeauftrage des Bezirks Pankow seit 1991 für die Gleichstellung von Frauen und Männern sowohl in Pankow als auch auf Bundesebene ein. Im Gespräch mit Astrid Landero, Projektleiterin von Paula Panke, sprach Heike Gerstenberger über ihre Jugendzeit, verriet uns, wie sie ihre erste Liebe kennen lernte, die Wendejahre erlebte, das Begrüßungsgeld nach dem Mauerfall ablehnte und neben ihrem beruflichen Engagement eine Familie gründete. Eines ihrer Lieblingsprojekte ist die Spurensuche zur Frauengeschichte in Pankow, bei dem mit Gedenktafeln, Straßen- und Platzbenennungen sowie Buchveröffentlichungen an berühmte und wegweisende Pankower Frauen erinnert wird.

Der Imagefilm „Agentinnen des Wandels“, beauftragt von der Bundesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Frauenbüros und Gleichstellungsstellen, zeigt wie enorm wichtig die Arbeit der Gleichstellungsbeauftragen ist.

Willkommen Jenny!

Am 1. September 2017 hat Jenny Ebner bei Paula Panke die Projektkoordinierung und Öffentlichkeitsarbeit übernommen. Sie hat sich beworben und von 124 Bewerberinnen fiel die Wahl auf sie.

Jenny Ebner ist Historikerin und Ethnologin (M.A.).

Sie hat in Berlin studiert, in Neukölln ein Mädchenprojekt gemanagt und war zwei Jahre für die Robert Bosch Stiftung als Kulturmanagerin in Ägypten tätig.

Erfahrungen hat sie im Projektmanagement, in Teamleitung, Budgetsteuerung, Drittmittelakquise, Öffentlichkeitsarbeit und sie spricht vier Sprachen.

Sie ist 35 Jahre jung und hat einen kleinen Sohn.

Wir freuen uns, dass unser kleines Team wieder komplett ist, dass wir in Jenny eine sehr kompetente, hoch motivierte, junge und erfahrene feministisch denkende Kollegin gefunden haben.

Nochmal: ein herzliches Willkommen an Bord des Paula Panke Schiffs.

Wir wünschen Dir Gesundheit, Energie, Geduld und Vergnügen für die neue Aufgabe als Projektkoordinatorin.