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Miteinander reden-

gesellschaftlicher Spaltung entgegenwirken

Das Frauenzentrum Paula Panke e.V. war 2021 Kooperationspartnerin von OWEN e.V. für das Projekt „Miteinander reden“ – gemeinsam mit weiteren Menschenrechtsorganisationen aus Polen und Russland.

In allen drei Ländern fanden Wokshops statt, die Menschen zusammenbrachten, die sich aktiv für Veränderungen in ihrem Land einsetzen.

Sie alle hatten Tendenzen der Spaltung in ihren Ländern beobachtet, und dass sich Menschen mehr und mehr in sogenannten ‚Blasen‘ bewegen.

Extreme Positionen und Hate Speech in Diskussionen, Medien und im Internet nehmen zu. Das wirkt sich direkt auf die Beziehungen zwischen den Menschen aus. Politisch Aktive bzw. gesellschaftlich Engagierte sind hiervon besonders betroffen, denn sie müssen sich klar positionieren.

Angriffe auf unsere Weltanschauung sind schmerzhaft, denn darunter liegen persönliche Erfahrungen und Werte, die im Schlagabtausch der Positionen nicht sichtbar werden. Die Menschen verschanzen sich dann hinter ihren Positionen. Besser ist es, sich über Erfahrungen und Bedürfnisse auszutauschen. Das hilft, in einen fruchtbaren Dialog zu treten und einander besser zu verstehen.

OWEN e.V. – die Mobile Akademie für Geschlechterdemokratie und Friedensförderung e.V., arbeitet seit vielen Jahren mit biographischen Zugängen zu politischen Positionen, um den Austausch über Erfahrungen für die politische Arbeit nutzbar zu machen.

In den Workshops ging es darum, Themen der Spaltung zu identifizieren und miteinander ins Gespräch zu kommen, allerdings in einem vorgegebenen Rahmen:

  • den anderen konzentriert zuhören
  • ausreden lassen
  • nicht kommentieren und
  • das Gesagte stehen lassen.

Der Dialog, der hier entsteht, ermöglicht es Verständnis für die Position der anderen zu entwickeln und ‚Blasen‘ platzen zu lassen.

Nach dem Einführungsworkshop im Juli 2021 in Berlin bildeten sich drei Initiativen zu den Themen:

  • Catcalling – sexuelle Belästigung im öffentlichen Raum
  • Care-Arbeit – wer macht’s zur geschlechtergerechteren Verteilung von Sorgearbeit und
  • Machtverhältnisse in unserer Gesellschaft.

Hierzu fanden vertiefende Workshops statt. Kreativ-künstlerische Ergebnisse werden 2022 in einer Ausstellung bei Paula Panke zu sehen sein. Die Initiativen arbeiten lokal weiter und freuen sich auf weitere Beteiligte.

Vom 30. September bis 3. Oktober 2021 fand in Istanbul ein Dialogtreffen mit Partnerorganisationen und Aktivist*innen aus allen drei Ländern statt. Dort wurden die Ergebnisse aus den lokalen Initiativen sichtbar gemacht und der internationale Dialog durch die biografische Methode vertieft.

Das Projekt „Miteinander reden“ wurde von OWEN e.V. gemeinsam mit Archiwum Niepokóju Społecznego (Social Unrest Archive), Paula Panke e.V. und russischen Menschenrechtsorganisationen durchgeführt. Das Projekt wurde  aus Mitteln des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland finanziert.

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