Bild: © Paula Panke

Das un_sichtbare Geschlecht. Die Vulva in der Kunst. Rückblick auf den Vortrag von Dr. des. Renata Kutinka.

Am 5. Februar fand unsere Veranstaltung „Das un_sichtbare Geschlecht. Die Vulva in der Kunst“ statt – ein Abend, der großes Interesse geweckt und viele spannende Gespräche ausgelöst hat. In entspannter Atmosphäre nahm uns Dr. des. Renata Kutinka mit auf eine Reise durch Kunstgeschichte, Medizin und gesellschaftliche Bilder von Körpern und Geschlecht.

Von Kunstgeschichte bis Gegenwart

Im Laufe des Vortrags stellte Renata Kutinka zahlreiche Werke aus unterschiedlichen Zeiten und Kontexten vor. Sie zeigte, dass die Vulva in der Kunstgeschichte lange Zeit kaum sichtbar war – und wenn doch, dann oft verzerrt, versteckt oder in abwertenden Zusammenhängen. Besonders spannend war der Blick auf medizinische und anatomische Vorstellungen, die bis heute beeinflussen, wie weiblich-vergeschlechtlichte Körper gedacht und dargestellt werden.

Anhand ausgewählter künstlerischer Positionen, unter anderem von Magdalena Abakanowicz und Alicja Żebrowska, wurde deutlich, wie Künstler*innen diese Darstellungsweisen hinterfragen und bewusst mit Sichtbarkeit spielen. Manche Arbeiten wirken irritierend oder ungewohnt – genau darin liegt ihr Potenzial, festgefahrene Vorstellungen aufzubrechen.

Sichtbarkeit ist nicht gleich Anerkennung

Ein wichtiger Gedanke, der sich durch den gesamten Abend zog, war die Frage nach Sichtbarkeit. Mehr Sichtbarkeit bedeutet nicht automatisch mehr Anerkennung oder Freiheit. Im Gegenteil: Sichtbarkeit kann auch neue Normen schaffen und Druck erzeugen. Die Idee der sogenannten „Un_Sichtbarmachungen“ half dabei zu verstehen, dass Sichtbares und Unsichtbares immer zusammengehören und kulturell hergestellt werden.

Lebendige Diskussion und großer Austausch

Im Anschluss an den Vortrag entwickelte sich eine lebendige Diskussion. Das Publikum brachte viele Fragen, persönliche Eindrücke und weiterführende Gedanken. Besonders spürbar war das große Interesse daran, wie solche Themen heute vermittelt und weitergedacht werden können.

Der Abend zeigte eindrucksvoll, wie wichtig Räume für Austausch, Reflexion und neue Perspektiven sind. Wir bedanken uns herzlich bei Renata Kutinka für den inspirierenden Vortrag und bei allen Besucher*innen für ihr Interesse, ihre Offenheit und die vielen klugen Beiträge.

Wir freuen uns schon auf die nächsten Veranstaltungen und den weiteren gemeinsamen Austausch.

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