Am 8. März 2026 gingen in Berlin erneut tausende Menschen auf die Straße, um für Gleichstellung, soziale Sicherheit und ein Leben frei von Gewalt zu demonstrieren. Auch das Team von Paula Panke e.V. war bei der großen Demonstration vertreten, die um 11:30 Uhr am Oranienplatz in Kreuzberg startete und in Richtung Rotes Rathaus zog.
Unter dem Motto „feministisch, solidarisch, gewerkschaftlich“ hatte sich ein breites Bündnis aus Gewerkschaften, feministischen Initiativen und sozialen Organisationen zusammengefunden und mobilisiert. Laut Berliner Polizei waren insgesamt rund 30.000 Menschen dabei – mehr noch bei verschiedenen Aktionen verteilt in ganz Berlin.
Wir waren Teil des Antigewaltblocks und setzten gemeinsam mit vielen anderen ein sichtbares Zeichen gegen patriarchale Gewalt und strukturelle Ungleichheit. Gleichzeitig wurden wir für eine solidarische Unterstützung von Betroffenen aktiv.
Warum wir auf die Straße gegangen sind
Der Internationale Frauen*kampftag ist mehr als ein symbolischer Aktionstag. Er erinnert an die historischen Kämpfe für politische Rechte, Arbeitsrechte und soziale Teilhabe und macht gleichzeitig deutlich, wie viele dieser Errungenschaften weiterhin verteidigt werden müssen.
Die Demonstration richtete sich gegen die strukturellen Bedingungen, die geschlechtsspezifische Ungleichheit und Gewalt hervorbringen. Unsere Forderungen waren daher klar:
– sichere Arbeitsplätze und faire Arbeitsbedingungen
– Lohngerechtigkeit und gleiche Chancen für Frauen und FLINTA*
– Erhalt des 8-Stunden-Tages sowie des Rechts auf Teilzeit
– gerechte Rentenregelungen
– bessere Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Sorgearbeit
– ein Arbeits- und Lebensumfeld frei von Sexismus, Diskriminierung und Hass
– Schutz und Ausbau der betrieblichen Mitbestimmung und der Tarifautonomie
– die Abschaffung des §218
Gewalt gegen Frauen und FLINTA* sichtbar machen
Ein besonderer Schwerpunkt der Demonstration lag auf dem Thema Gewalt.
Gewalt gegen Frauen und FLINTA* ist kein Einzelfall und kein privates Problem. Sie ist Ausdruck patriarchaler Machtverhältnisse und durchzieht alle gesellschaftlichen Bereiche, von Partnerschaften über Arbeitsplätze bis hin zum öffentlichen Raum.
Viele Betroffene erleben Gewalt im Verborgenen. Angst, Scham oder wirtschaftliche Abhängigkeit verhindern häufig, dass Übergriffe angezeigt werden oder Hilfe in Anspruch genommen werden kann. Gleichzeitig geraten Hilfs- und Schutzstrukturen immer wieder unter finanziellen Druck.
Gerade deshalb ist es wichtig, öffentlich sichtbar zu machen, dass Gewalt kein individuelles Versagen, sondern ein strukturelles Problem ist, das politische Lösungen erfordert.
Solidarität auf der Straße
Die Demonstration war geprägt von einer starken Atmosphäre der Solidarität. Banner, Plakate und Redebeiträge machten deutlich, dass Kämpfe für Gleichstellung, soziale Gerechtigkeit und ein gewaltfreies Leben eng miteinander verbunden sind.
Viele Teilnehmer*innen erinnerten daran, dass zentrale Rechte – etwa das Frauenwahlrecht, arbeitsrechtliche Schutzregelungen oder Mutterschutz – hart erkämpft wurden und keineswegs selbstverständlich sind. Gleichzeitig wurde deutlich, dass neue Herausforderungen hinzugekommen sind: steigende Lebenshaltungskosten, prekäre Beschäftigung, ungleiche Verteilung von Care-Arbeit und zunehmende antifeministische Angriffe.
Die Demonstration zeigte, dass der Einsatz für Frauen- und FLINTA*-Rechte weiterhin notwendig ist und vor allem, dass viele Menschen bereit sind, gemeinsam dafür einzustehen.
Text: Naomi Fischer
