Feministisch widerstehen.
Zusammenhalten. Gegenhalten. Mitgestalten.
(2025-2026)
Neue Online-Phänomene wie Tradwives, Incels und Alpha-Males fluten die Social-Media-Kanäle von Teenagern und Teenagerinnen. Incels und Alpha-Males verbreiten misogynes Gedankengut, während Tradwives das angebliche Leben einer traditionellen Hausfrau vermarkten. Doch auch politisch spüren wir den gesellschaftlichen Backlash. Ein Kurswechsel: weg von Diversity und feministischer Außenpolitik hin zu einer konservativen Welt mit klaren Rollenbildern.
Wir wollen diese Veränderung nicht einfach akzeptieren, sondern genau verstehen und uns anschließend fragen: Was können wir tun? Wir wollen eine intersektionale Perspektive einnehmen, uns verbünden, Allies für marginalisierte Gruppen sein und auch selbst Allies findev
Veranstaltungen der Bildungsreihe
Auftakt in die Bildungsreihe ist unser Gespräch mit Fikri Anıl Altıntaş bei unserer 35-Jahres-Feier am 12. September 2025. Als He for She-Botschafter beschäftigt er sich mit Männlichkeit, Rollenbildern, Antifeminismus und der (De-)Konstruktion von nicht-weißen, muslimisch gelesenen Männlichkeiten in Deutschland.
Am 28. September beteiligten wir uns am Safe Abortion Day (deutsch: Tag für sicheren Schwangerschaftsabbruch). Weltweit rufen an diesem Tag Initiativen das Menschenrecht ins Bewusstsein, welches sichere und legale Schwangerschaftsabbrüche voraussetzt und thematisieren die Gefahren illegaler Abtreibungen. Auch in Deutschland stehen reproduktive Rechte weiterhin unter politischem Druck – ein zentrales Thema unserer Bildungsreihe.
Um mit mehr Pankower*innen ins Gespräch zu kommen und neue Kontakte zu knüpfen, starteten wir am 16. Oktober 2025 unser Nachbarschaftsgespräch im Format „Coucous & Sauerkraut“. Seither haben wir uns zwei weitere Male versammelt und die Abende entlang unterschiedlicher Themen gestaltet. Zuletzt ging es uns um Einsamkeit und Zusammenhalt.
Mit Berit Ebert, die am Bard College in Berlin-Pankow unterrichtet, sprachen wir am 6. November 2025 über aktuelle europäische Entwicklungen im Bereich Gleichstellung. Im Mittelpunkt standen Fragen nach politischem Backlash gegen demokratische Werte und gleichstellungsbezogene Errungenschaften, aber auch nach neuen rechtlichen und gesellschaftlichen Chancen.
Auch antifeministische Narrative im digitalen Raum stehen im Fokus der Bildungsreihe. Am 20. November 2025 las Aimee Musial bei uns über die sogenannte Tradwife-Bewegung und ordnete ein, welche gefährlichen Weltbilder und gesellschaftliche Vorstellungen hinter diesem Online-Phänomen stehen können.
Am Vorabend des 25. November 2025, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen* und Mädchen, war die Journalistin und Autorin Gisela Zimmer bei uns zu Gast. Gemeinsam sprachen wir über Femizide in Deutschland und über das Gewalthilfegesetz (GewHG), das im Februar 2025 in Kraft trat. Die Veranstaltung machte deutlich, wie eng antifeministische Ideoogien mit geschlechtsspezifischer Gewalt verbunden sind.
Am 25. November selbst, nahmen wir kollektiv an der Großdemonstration am Brandenburger Tor teil und demonstrierten gegen die geplanten Kürzungen im Gewaltschutz – und das mit Erfolg: die Kürzungen wurden zurückgenommen. Ein starkes Beispiel dafür, wie hinsehen, laut werden und protestieren politische Wirkung entfalten kann.
Anlässlich des 14. Februar und der internationalen Kampagne One Billion Rising besuchte der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) im Januar mehrere Einrichtungen, die zu Gewalt gegen FLINTA* Personen arbeiten. Auch unser Frauenzentrum war Teil der Reihe. Die Berichterstattung trägt dazu bei, die strukturellen Hintergründe geschlechtsspezifischer Gewalt sichtbar zu machen. Den Beitrag kann man hier anhören.
In unserem Frauenladen fand am 5. Februar 2026 die Lesung „Das un_sichtbare Geschlecht. Die Vulva in der Kunst“ mit Dr. des. Renata Kutinka statt. Ihr Vortrag verband Perspektiven aus Kunstgeschichte, Medizin und Gesellschaft. Der Abend zeigte, wie Vorstellungen von Körper und Geschlecht historisch geprägt und bis heute politisch umkämpft sind.
Am 26. Februar 2026 begrüßten wir Marie Friesenhahn und Maxine von HEROES® im Frauenzentrum. Im Rahmen unseres Paula Talks diskutierten wir über feministische Jungenarbeit und darüber, wie Geschlechterrollen hinterfragt werden können, um Gewalt vorzubeugen und solidarische Perspektiven zu fördern.
Rund um den Equal Care Day organisierten wir am 2. März 2026 einen Care-Streik-Flashmob im öffentlichen Raum. Mit Plakaten und einem Redebeitrag adressierten wir ein männliches Denkmal und schrieben Sorgearbeit symbolisch in die Geschichte ein – dorthin, wo bisher vor allem männliche Heldenerzählungen dominieren.
Es wird um Fragen gehen wie:
- Was bedeutet Feminismus überhaupt?
- Wie stärken Frauen männliche Macht?
- Wie können wir unsere Kinder feministisch und frei von Rollenbildern erziehen?
- Wo reproduzieren auch wir – bewusst oder unbewusst – stereotype Rollenbilder? Und wie können wir diese aufbrechen?
- Wieso erleben Antifeminismus und konservative Weltbilder so einen Aufschwung?
- Wer sind antifeministische Strömungen – Tradwives, Alpha-Males, Incels?
- Wie können FLINTA* mit der gegenwärtigen politischen Entwicklung umgehen?
- Wie und wo kann man Allies finden?
- Welche Perspektiven müssen wir einnehmen? Wie können wir Allies für z.B. BIPoC sein?
- Wie können wir gegenhalten – bei Antifeminismus, Misogynie und Diskriminierung?
- Wie können wir die Welt mitgestalten?
- Wie können wir mehr zusammenhalten?