Fee Brembeck mit ihrem Buch bei Paula Panke

Fee Brembeck mit ihrem Buch, Bild: Paula Panke

Feministische Lesereihe: Fee Brembeck

,,Jetzt halt doch mal die Klappe, Mann! Warum wir auf Mansplaining keinen Bock mehr haben“.

Von Geschlechterstereotypen, Mansplaining und toxischer Männlichkeit. Weiblich gelesene Personen können ein Lied davon singen! Männer erklären ihnen gern ungefragt die Welt. Die Feministin, Slammerin und Autorin Fee Brembeck las bei Paula Panke e.V. aus ihrem Buch ,,Jetzt halt doch mal die Klappe, Mann! Warum wir auf Mansplaining keinen Bock mehr haben“. Humorvoll berichtete sie von eigenen Erfahrungen, zeigte Verbindungen zur patriarchal geprägten Gesellschaft auf und gab Tipps, wie frau Mansplainer mit Stil in ihre Schranken weisen kann.


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Was ist ,,Mansplaining“ überhaupt?

Laut Wikipedia bezeichnet „Mansplaining“ herablassende Erklärungen eines Mannes, der davon ausgeht, er wisse mehr über den Gesprächsgegenstand als die meist weiblich gelesene Person, mit der er spricht.

Fee Brembeck widmet diesem Phänomen ein ganzes Buch, und das sowohl gekonnt als auch zu Recht. Denn die meisten FLINTA* sind schon in Situationen geraten, in denen ihnen cis Männer die Welt erklärt haben – unaufgefordert, meist ohne jegliche Kompetenz und mit selbstsicherem Auftreten. FLINTA* steht für Frauen, Inter-Menschen, nicht-binäre Menschen, trans* Menschen und agender Menschen. Diese Abkürzung verwendet Fee Brembeck auch in ihrem Buch und sie erklärt, dass sie genutzt werden kann, um verschiedene Diskriminierungsfaktoren mitzudenken.

Die Mechanismen hinter Mansplaining

Mensch denkt sich nun vielleicht, wie soll denn ein ganzes Buch über Mansplaining gefüllt werden? Fee Brembeck erklärt, dass es um mehr als nur um ein nerviges Alltagsphänomen geht.

 ,,Es geht um den Grund, wieso selbst ich daran zweifle, ob ich meine Wahrheit äußern und aufschreiben darf. Es geht um den Grund, wieso ich manchmal denke, diese Männer hätten das Recht mich klein zu machen und mir die Welt zu erklären. Es geht um eine Kultur, in der Männer, genauer gesagt, cis hetero Männer, das Sagen haben (…).“

Mansplaining ist also nicht nur anstrengend, sondern auch eine Reproduktion von patriarchalen Missständen, wie Geschlechterstereotype, sexualisierte Gewalt und vieles mehr. Dies arbeitet die Autorin fundiert anhand von wissenschaftlichen Fakten und auch anhand persönlicher Anekdoten heraus. Gerade Letzteres ist Fee Brembeck besonders gut gelungen, denn Feminismus gepaart mit Humor ist sehr bereichernd und weiterführend. Das kommt aber auch nicht von ungefähr, denn die selbsternannte Berufsfeministin ist eine vielseitige Persönlichkeit: Sie ist Kabarettistin, angehende Opernsängerin, Poetry Slammerin und auch Autorin. Aus ihren verschiedenen Lebensbereichen lässt sie die verschiedensten Facetten in ihr Buch einfließen.

Emotional Labor

Auch das Thema der Emotional Labor findet Platz in ihrem Buch. Damit ist die emotionale Arbeit gemeint, die meistens FLINTA* in beruflichen Situationen leisten, indem sie Gefühle im Kontakt mit Kollegen*innen, Kunden*innen und Vorgesetzten regulieren. Es sind häufig Jobs aus dem Dienstleistungssektor, die meist nicht besonders gut bezahlt und überwiegend von Frauen ausgeübt werden, in denen Emotionsarbeit geleistet werden muss. Frauen sind auch in anderer Hinsicht stärker betroffen, da sie auch im Privaten viel emotionale Arbeit leisten.

Paula Pankes Leseempfehlung

,,Jetzt halt doch mal die Klappe, Mann!: Warum wir auf Mansplaining keinen Bock mehr haben“ klingt vielleicht erst einmal nach einem feindseligen, etwas aggressiven Titel. Fee Brembeck zeigt allerdings in ihrem Buch, wie berechtigt er ist. Dieses feministische Sachbuch sollte unbedingt gelesen werden, denn es ist wissenschaftlich begründet, intersektional, schlagfertig und absolut unterhaltsam.

Wir bedanken uns bei Fee Brembeck dafür, dass sie Aufmerksamkeit auf das Thema lenkt und sich so intensiv mit den Wirkmechanismen hinter dem Mansplaining auseinandergesetzt und für uns Leser*innen aufbereitet hat. Außerdem bedanken wir uns bei der Autorin dafür, dass sie sich die Zeit genommen hat in unserem Frauenzentrum Paula Panke e.V. aus ihrem Buch vorzulesen.

Wenn ihr einen kleinen Einblick in das Buch bekommen wollt, seid ihr herzlich dazu eingeladen, euch die Lesung von Fee auf unserem YouTube Kanal anzuschauen!

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