Bild: © Paula Panke

One Billion Rising: Der rbb zu Gast bei Paula Panke

Anlässlich des 14. Februar und der internationalen Kampagne One Billion Rising hat der Rundfunk Berlin-Brandenburg im Januar verschiedene Einrichtungen besucht, die zu Gewalt gegen FLINTA* Personen arbeiten. Eine Station war unser Frauenzentrum in Berlin-Pankow.

Der nun veröffentlichte Hörbeitrag gibt Einblicke in unsere Arbeit – und in die Realität von FLINTA* Personen, die von Partnerschaftsgewalt betroffen sind.

Ein Ort für Alltag und Ernstfall

Paula Panke ist Nachbarschaftsort und Beratungsstelle zugleich. Bei uns treffen sich FLINTA* Personen zu Gruppenangeboten, Ausstellungen oder gemeinsamen Projekten. Gleichzeitig führen wir unter anderem psychosoziale Beratungen durch, bieten kostenfreie Rechtsberatung an und begleiten in Krisensituationen.

Viele FLINTA* Personen kommen zunächst wegen eines offenen Angebots. Manche sprechen erst später an, dass sie in ihrer Beziehung Gewalt erleben. Häufig geht es um Kontrolle, Drohungen oder um Konflikte rund um Trennung, Sorge- und Umgangsrecht. Gerade über das Umgangsrecht wird nicht selten weiter Druck ausgeübt.

Sich Unterstützung zu holen, ist kein einfacher Schritt. Es bedeutet oft, das eigene Lebensmodell infrage zu stellen und nach außen zu benennen, dass etwas nicht stimmt. Unsere Aufgabe ist es, dafür einen geschützten Rahmen zu bieten – ruhig, vertraulich und ohne Bewertung.

Vernetzung ist entscheidend

Der rbb-Beitrag zeigt auch, wie wichtig die Zusammenarbeit unterschiedlicher Stellen ist: Fachberatungsstellen, Interventionsstellen, Hotlines, Polizei, Gerichte und Jugendämter. Nur wenn Informationen zusammengeführt werden, lassen sich Gefährdungen realistisch einschätzen – insbesondere in Hochrisikofällen.

Die Zahlen machen deutlich, warum diese Arbeit notwendig ist: Laut Polizeistatistik wurden 2024 bundesweit 308 Frauen und Mädchen Opfer von versuchten oder vollendeten Tötungsdelikten durch Partner oder Ex-Partner. Hinter jeder Zahl steht eine konkrete Geschichte.

Berichterstattung schafft Öffentlichkeit

Der 14. Februar steht mit One Billion Rising weltweit für Solidarität und Protest gegen Gewalt an FLINTA*. Dass der Rundfunk Berlin-Brandenburg dem Thema eine ganze Reihe gewidmet hat, trägt dazu bei, die strukturellen Hintergründe sichtbar zu machen – jenseits einzelner Schlagzeilen.

Wir bedanken uns für die differenzierte Berichterstattung und die Möglichkeit, unsere Perspektive einzubringen.

Wer Unterstützung sucht, kann sich an uns wenden.
Und wer in seinem Umfeld Anzeichen von Gewalt wahrnimmt, sollte sie ernst nehmen.

Hier könnt ihr den Beitrag nachhören: https://www.inforadio.de/rubriken/berlin-und-brandenburg/die-reportage-aus-berlin-und-brandenburg/2026/02/partnerschaft-gewalt-frauen-hilfe-telefon-beratung.html

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