„Wir sind doch alle Geschwister“, stellte Rachel von Source d’Espoir e.V. fest, als sie mit Maria von Marokkanisches Riad Berlin e.V. und einer jüdischen Nachbarin bei Paula Panke in Pankow am Tisch saß. Gemeinsam schlürften sie heißen Tee aus frischen Pfefferminzblättern wie es in Marokko üblich ist. Rachel sprach von den Religionen, die die drei am Tisch verbinden- das Judentum, das Christentum und der Islam- und zitierte aus dem alten Testament die Geschichte von Ismael.
Diese und ähnliche Gespräche führten Nachbar*innen am 21. Oktober 2026 bei der Veranstaltungsreihe „Couscous & Sauerkraut“, die sich aus Anlass der Aktionswochen gegen Antisemitismus (https://moskito.pfefferwerk.de/) dem Thema „Jüdisches Leben in Pankow“ widmete. Noch einmal besser funktionierte der Austausch mit dem leckeren Essen: Gemüse-Couscous und Gebäck nach marokkanischer Tradition, frisches Brot mit Obazda aus Pankow, koscheren Süßigkeiten und nicht zuletzt Sauerkraut.
Gemeinsam mit Mohammed El Ouahhabi von der Freiwilligenagentur Pankow luden wir von Paula Panke e.V. bereits zum 4. Mal zum Nachbar*innenschaftsgespräch ein. Zu Gast waren nicht nur Nachbar*innen mit unterschiedlichsten Wurzeln, sondern auch die Beauftragte für Partizipation und Integration von Pankow, Forouzan Forough, sowie der Rabbiner Dovid Gernetz von der Gemeinde des Kahal Adass Jisroel e.V. in Berlin-Mitte. Sie alle teilten ihre Erfahrung von Diskriminierungen in Berlin und wie sie damit umgehen. Vor allem aber ging es um das gemeinsame Engagement für mehr Vielfalt und ein gutes Miteinander in Pankow und Berlin.
An jüdisches Leben in Pankow erinnern
An vier Tischen und in großer Runde sprachen wir darüber hinaus von Orten in Pankow, die mit jüdischem Leben verbunden sind. Das beginnt gleich vor der Tür von Paula Panke in Pankow mit dem Bleichröder Park, der einmal zum Sommersitz der Familie Bleichröder gehörte, dem Unternehmer Josef Garbáty-Rosenthal mit seiner Zigarettenfabrik sowie der Bibliothek um die Ecke, dem ehemaligen Jüdischen Waisenhaus. Beide Familien unterstützten regelmäßig soziale Einrichtungen in Pankow. An diese Tradition und die jüdische Kultur zu erinnern und sie sichtbar zu machen war Anliegen der Besucher*innen.
Warum Antisemitismus ein Thema für das Feministische Zentrum in Pankow ist
Aktuell wird Antisemitismus wieder stark in der Öffentlichkeit thematisiert. Es ist ein Thema, das uns bei Paula Panke e.V. wichtig ist. Denn Antisemitismus, Antifeminismus, Rassismus und andere Formen der Diskriminierung sind eng miteinander verknüpft und seit Langem Teil unserer patriarchalen Gesellschaft. Das zu verstehen und sichtbar zu machen ist eine Aufgabe, die uns alle angeht.
Daher ist es wichtig, sich immer wieder auszutauschen, sich gegenseitig zuzuhören und voneinander zu lernen. Genau dafür ist diese Gesprächsreihe gedacht. Es geht um das Zusammenkommen und gemeinsam an einem Pankow und Berlin zu arbeiten, in dem Vielfalt akzeptiert wird und gegenseitiger Respekt selbstverständlich ist. Beim gemeinsamen Essen gelingt das umso besser. Wir freuen uns schon auf das nächste Treffen!
- Habt ihr Ideen, worüber wir beim nächsten Mal sprechen sollen?
Dann schreibt uns an programm@paula-panke.de
