7.01.2027, 18:00 - 20:00 // Paula Panke Weißensee
In den Debatten um das Selbstbestimmungsgesetz und die Rechte von trans* und nicht-binären Menschen scheinen sich feministische Dilemmata zuzuspitzen: Können sich Menschen ihr Geschlecht aussuchen? Wie weit darf geschlechtliche Selbstbestimmung gehen, solange die Unterscheidung Mann/Frau strukturelle Ungleichheitsmuster markiert? Ab wann darf sich eine Person als trans* oder nicht-binär bezeichnen? Ist eine Gesellschaft ohne Geschlecht denkbar?
In dem Vortrag von Eric Llaveria Caselles geht es nicht darum, auf diese Fragen zu antworten, sondern einen theoretischen Rahmen zu präsentieren, der sich aus Beiträgen queerer, trans, und marxistisch-feministischer Theorie speist. Auf Grundlage seiner Dissertation verdeutlicht Eric Llaveria Caselles, dass diese Traditionen Analysen von Geschlecht als komplexes und widersprüchliches Unterdrückungsverhältnis formuliert haben, die durchaus in Verbindung zueinander gestellt werden können.
Diese theoretische Perspektive versteht Eric Llaveria Caselles als Beitrag für eine veränderte Diskussionspraxis. Diese soll unterschiedliche Problematisierungen, Differenzen und Konflikte ernst nehmen, und zugleich daran festhalten, diese nicht über Polemik, Anfeindungen und Spaltung zu bearbeiten – sondern über geteilte Lernprozesse.
Bio
Eric Llaveria Caselles ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand am Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung an der Technischen Universität Berlin. Er arbeitet an der Schnittstelle von Trans Studies, feministische Theorie und Wissenschaftsforschung.
Anmeldung
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