tiny.house – das sind Doro, Mika und Gisela. Sie treffen sich seit Jahren, um über eigene Texte – Prosa und Lyrik – zu sprechen, sich zuzuhören und gegenseitig im Schreibprozess zu ermutigen. Kennengelernt haben sie sich bei einem Schreibkurs. 2021 gründeten sie die Verlagsinitiative tiny.house. Im Eigenverlag sind dort inzwischen sechs Bücher veröffentlicht worden.
Am 3. September 2026 lasen sie für ein Frauen/FLINTA* Publikum im Feministischen Zentrum Paula Panke Pankow aus ihren Veröffentlichungen vor. Die Texte berühren, gehen tief, entblößen. Es ist Alltagsbewältigung. Es geht um die Schönheit des Lebens, um Leid, Ungerechtigkeit und natürlich die Lust am Schreiben.
Gebannt lauschten die Besucher*innen. Nach der Lesung ist erst einmal Schweigen, das Gehörte musste sich setzen. Dann ging es umso lebendiger in den Austausch.
Doro las aus ihrem neuesten Roman „Louise und die Zeichnung“, eine fiktive historische Handlung, angelehnt an realen Biografien, die am Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts spielt. Es geht um Frauen, die nicht studieren dürfen, um eine lesbische Liebesbeziehung und das Unsichtbarmachen weiblicher Genitalien und damit auch weiblicher Lust. Alles dreht sich um eine historische Zeichnung…
Mika las biografische Notizen, ihrem Östrogentagebuch, die wie Lyrik klingen. Es geht um Identität, Transition und Selbstfindung. Sie spricht von ihrer tiefen Gewissheit, schon immer zu wissen, wer sie ist, vom trans Sein und dem Widerspruch zu dem, was die Welt von ihr erwartet. In zwei autofiktionalen Romanen „Fluchttiere“ und „Lichtempfindlichkeit“ hat sie ihre Entwicklungsgeschichte aufgeschrieben.
Gisela liest Lyrik aus ihrem Buch „Heimliche Wanderung in Wimpern“. Manche Texte sind schon fast 60 Jahre alt. Ihre Gedichte widmen sich dem Altern und dem Umgang damit.
Mitmachen
Die Autorinnen von tiny.house freuen sich, in Zukunft mit anderen Schreibenden gemeinsam über mitgebrachte Texte bei Paula Panke Pankow zu sprechen. Wer Interesse daran hat, kann gern schreiben an: anmeldung@paula-panke.de
