Zum heutigen Equal Pay Day: Die Bedeutung von Care-Arbeit in der Corona-Krise

Kampagnenlogo des Equal Pay Day
Kampagnenlogo des Equal Pay Day

Die Corona-Krise zeigt deutlich, welche Bedeutung Care-Arbeit und Gesundheitspflege haben und wie vor allem Frauen* doppelt davon betroffen sind. Denn einerseits tragen sie die Hauptlast der Arbeit und erhalten auf der anderen Seite zu wenig Anerkennung sowie keine oder keine angemessene Vergütung. Anlässlich des Equal Pay Day möchten wir ein paar Gedanken dazu mit Euch teilen.

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Für ein schnelles Ende des Patriarchats, weltweit #8M

Heiter und kämpferisch war die Stimmung bei der Demo zum Frauen*Kampftag am 8. März in Berlin.

Mit dem Banner des Bündnisses Pankower Frauen gegen Rechts liefen wir mit der Pankower Gleichstellungsbeauftragten Heike Gerstenberger und Vertreter*innen von Polki w Berlinie e.V. vom Leopold- bis zum Alexanderplatz.

Besonders gefreut hat uns, dass nicht nur viele junge Frauen dabei waren, sondern auch überraschend viele junge Männer!

Schwerpunkt der Demo in diesem Jahr: Ausgrenzung durch Rechts (AfD), rassistische Migrationspolitik, strukturelle Gewalt gegen FLINT* (Frauen, Lesben, Intersex, Non-binäre und Transpersonen) sowie die Gleichberechtigung und genderbasierte Gewalt in Lateinamerika.

Geni(t)ale Vielfalt mit Agi Malach von VULVINCHEN

Wie sag ich es? Wie benennen wir die Geschlechtsorgane von uns, von unseren Kindern? Wie reden wir darüber? „’Da unten’ ist definitiv zu wenig!”, meint Referentin Agi Malach, Sexualpädagogin und Gründerin von VULVINCHEN. Sie war am 4. März 2020 bei Paula Panke für eine Workshop über geni(t)ale Vielfalt zu Gast und begeistert von der „vulvastischen Energie“ im Raum. Denn aktuell hängen bei Paula Panke die Werke der Künstlerin* Lena Hensen, die Vulven in aller Vielfalt gestaltet hat.



Welche drei Worte für Geschlechtsorgane fallen euch spontan ein?
Die Teilnehmer*innen überlegten nicht lange. Agi schrieb die Worte für alle sichtbar auf. Das Ergebnis war erschreckend. Jedes einzelne Wort sagt viel über unsere Gesellschaft aus: Sie reduzieren Geschlechtsorgane allein auf eine Funktion, vermitteln ein falsches Bild von ihnen oder verstärken Vorurteile wie das weiblicher Passivität.


Agi Malach bei Paula Panke
Agi Malach im Gespräch mit Teilnehmerin
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Willkommen und Abschied zum 30. Geburtstag von Paula Panke

Geschen
Astrid Landero (3. von links) geht nach 12 Jahren Leitung des Frauenzentrums von Bord.


Am Freitag, den 28. Februar 2020 gab es eine Menge zu feiern im Frauenzentrum Paula Panke. Unser Verein beging nicht nur sein 30-jähriges Jubiläum, sondern verabschiedete zugleich nach 12 Jahren erfolgreicher Arbeit die bisherige Projektmanagerin und Geschäftsführerin Astrid Landero, die ab 1. März in Rente gehen wird. Zudem wurden die Nachfolgerin und zwei weitere neue Mitarbeiterinnen herzlich begrüßt.

Als der Raum sich mit immer mehr Gästen füllte, fehlten selbst der sonst so schlagfertigen und sprachgewandten Astrid Landero die Worte. Zu ihrer Verabschiedung waren sie alle gekommen: die Gleichstellungsbeauftragte des Bezirks Heike Gerstenberger, der Pankower Bürgermeister Sören Benn, Vertreterinnen der Frauengruppen bei Paula Panke, der Unternehmerinnen Plus e.V., Aktivist*innen der Stillen Straße sowie feministischer Netzwerke aus ganz Berlin… Sie bedankten sich mit Blumen und Geschenken bei der Programmleiterin und späteren Geschäftsführerin für 12 Jahre herausragende Arbeit, die im Bezirk und darüber hinaus Akzente gesetzt hat. Sie dankten ihr für ihr Engagement, ihre Herzlichkeit und ihr immer offenes Ohr bei Anliegen aller Art.

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“Sexismus in der Sprache” Vortrag mit Lea Marignoni

Am Mittwoch, den 12. Februar, hörten wir einen Vortrag über die sexistischen Muster der deutschen Sprache von Lea Marignoni. In einer interaktiven Präsentation machte die Vortragende die Besucher*innen einmal mehr auf bereits gesellschaftlich angelernte sexistische Sprachbilder aufmerksam und veranschaulichte vielfach, wie sehr unsere Sprache von stereotypischen Geschlechterrollen geprägt ist.

Vernissage “Vagina, Vulva, Klitoris – eine Liebeserklärung”

Am Freitag, den 7. Februar, begrüßten wir die Künstlerin* Lena Hensen und ihre Ausstellung zur Vernissage bei Paula Panke. Die Veranstaltung stellte wahrlich eine Liebeserklärung dar. Die vielen Besucher*innen wurden nicht nur optisch begeistert, sondern durften sich auch musikalisch verwöhnen lassen.  Mit sanften Klängen und Gesang untermalten Tanja Hensen und ihr Mann die Ausstellungsstücke und verzauberten unsere Besucher*innen. Eine wahre Femmage an das weibliche Genital und an das Leben!

Erzählsalon mit Ruth Misselwitz

Am Mittwochabend, den 22. Januar, begrüßten wir Ruth Misselwitz zum biografischen Erzählsalon bei Paula Panke.

Unter der Moderation von Astrid Landero folgten die Zuhörerinnen* gespannt den Erzählungen aus dem Leben der Pfarrerin a.D. der Evangelischen Kirche Alt-Pankow, Umwelt- und Friedensaktivistin und Mitgründerin des Pankower Friedenskreises. Die Besucher*innen erhielten einen sehr lebendigen Einblick in ihre Kindheit als Tochter eines Pfarrers in der DDR. Sie erfuhren von ihrer Motivation sich durch den Glauben und die kirchliche Gemeinde stets aufrecht gegen jede Form von Unrecht und Unterdrückung zu wehren. Dies tut sie bis heute in im Pankower Friedenskreis und für ein weltoffenes buntes Pankow.

Eine wunderbare Begegnung mit einer außergewöhnlichen Frau, die sich selbst als christliche Feministin versteht und sich der in Lateinamerika entwickelten „Religion der Befreiung“ verbunden fühlt.                                 

Schwangerwerdenkönnen – ein kontroverses Thema


Was bedeutet es für eine Gesellschaft, dass einige Menschen schwanger werden können und andere nicht? Die feministische Journalistin und Politikwissenschaftlerin Antje Schrupp hat dazu 2019 ein vielbesprochenes Buch veröffentlicht: „Schwangerwerdenkönnen. Essay über Körper, Geschlecht und Politik“ und es bei Paula Panke vorgestellt. Die Lesung mit ihr sorgte für eine lebhafte Diskussion mit den Teilnehmer*innen.

Autorin Antje Schrupp mit Astrid Landero und Lilly Granitz

Foto: Paula Panke
Astrid Landero und Lilly Granitz bedanken sich bei Antje Schrupp für die Lesung


Das Thema Schwangerwerdenkönnen ist in der heutigen, vor allem westlichen Debatte über die Geschlechterdifferenz, ziemlich in den Hintergrund gerückt. Dabei ist der Unterschied zwischen Menschen, die schwanger werden können und denen, die es nicht können, real existent.  

Gleichzeitig fordert die medizinische Entwicklung eine neue Auseinandersetzung  und eröffnet veränderte Perspektiven auf das Thema. Inzwischen ist es nämlich möglich, eine Gebärmutter zu transplantieren. Bereits jetzt zeichnet sich ein Trend ab, dass die Gebärmutter-Transplantation in Zukunft möglicherweise nachgefragter sein wird als die Leihmutterschaft. Welche Konsequenzen hat das für die Familienmodelle?

Zudem verstehen wir Frausein immer mehr losgelöst von biologisch-körperlichen Phänomenen und denken vor allem über die sozialen Konstruktionen von Geschlecht nach. Doch gibt es einen Zusammenhang zwischen der Geschlechterdifferenz und der Frage, wie Menschen sich fortpflanzen?

Was passiert mit den tradierten  Rollenbildern und bisherigen Familienmodellen, wenn perspektivisch auch Männer* eine Gebärmutter haben können? Wie müssen gesetzliche Regeln angepasst werden? Und wie geht es uns persönlich damit?

Das waren Fragen, die die Lesung aufwarf und die im Publikum mit vielen jungen Frauen* und auch Männern* für reges Interesse, Irritation und eine konträre Diskussion sorgten. Die Sensibilität und Komplexität des Themas wurden sichtbar.

Wir danken Antje Schrupp herzlich für diesen anregenden Abend!

Theaterpremiere bei Paula

Die Paula Panke Theatergruppe „Altweibersommer“ präsentierte am 11.Dezember in unserem Frauenzentrum ihr neues dokumentarisches Theaterstück.

Mit einem spielerischen Auftakt führten die Theaterfrauen unsere Besucher*innen in das Thema des Stücks ein, das auf Interviews mit osteuropäischen Frauen* und deren Erfahrungen in der Zeit der Transformation  in den jeweiligen Ländern, beruht.

Die hohe künstlerische Qualität der Aufführung ist vor allem Natascha Borenko aus Moskau zu verdanken. Mit einem Bundeskanzlerstipendium arbeitet sie in Berlin und hat unsere Theatergruppe seit einem Jahr professionell theaterpädagogisch begleitet. Natascha kehrt nach Russland zurück, wir danken ihr und wünschen für die Zukunft alles erdenklich Gute und vielleicht irgendwann wieder ein gemeinsames Theaterprojekt.

Spasibo bolschoje, dorogaja Natascha,poka!!!

Delegation aus Ägypten zu Besuch bei Paula Panke e.V.

Am 10. 12. 2019 besuchten uns 15 ägyptische Politiker*innen, die sich in ihrer Heimat für Frauenrechte engagieren. Die Jurist*innen fragten nach den Ursachen von häuslicher Gewalt in einer solch ökonomisch und kulturell entwickelten Gesellschaft wie in Deutschland. Sie interessierten sich für unser Empowerment für Frauen und die politische Auseinandersetzung mit dem Thema Gewalt gegen Frauen.

Gemeinsam diskutierten wir mit unseren Gästen über die Ursachen, die Prävention und den Schutz von Frauen* und Kindern  vor häuslicher Gewalt, deren Ende auch in Deutschland weiterhin eine große Herausforderung bleibt.

Vielen Dank für diesen freundlichen Besuch und den Austausch!