Weil klatschen nicht reicht: #Pflegerebellion

Zum Tag der Pfleger*innen am 12. Mai 2021 haben wir vom Frauenzentrum Paula Panke e.V. uns an einer Protestaktion vor dem Reichstagsgebäude beteiligt. Stellvertretend für die Pfleger*innen, die bei ihrer Arbeit nicht zur Ruhe kommen, ruhten wir bei einem Sleep-In aus.

Heike Gerstenberger beim Sleep-In
Foto: Kirsten Wechslberger

Es ist 5 vor 12

Um 5 vor 12. Denn schon viel zu lange arbeiten die Pfleger*innen unter unhaltbaren Bedingungen, mit zu wenig Personal für zu viele Patient*innen. Immer ist zu wenig Zeit, um der anspruchsvollen Arbeit zu entsprechen. Das zermürbt, ebenso wie die zu schlechte Bezahlung. In der Folge verlassen viele Pfleger*innen den Beruf und die Situation verschlimmert sich. Hier reicht klatschen nicht mehr. Hier muss Politik aktiv werden, denn es ist ein strukturelles Problem: Gesundheit ist keine Ware.

Die Pflege ist weiblich

Warum das Thema für Paula Panke so wichtig ist? Die Pflege in Deutschland ist weiblich!Über 80 Prozent der Beschäftigen in der Altenpflege sind weiblich, ebenso in der Krankenpflege. Bei den pflegenden Angehörigen sind es sogar 90 Prozent.
In der Corona-Pandemie hat sich die Belastung für die Pfleger*innen ins Unerträgliche gesteigert und viele haben ihren Beruf verlassen. Die Politik muss jetzt handeln. Denn Pflege ist systemrelevant.

Sleep-In vor dem Reichstagsgebäude
Foto: Kirsten Wechslberger

Wann, wenn nicht jetzt!

Die Kampagne Pflegerebellion ist aus der Zusammenarbeit der Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen (BAG) und der Berlin School of Design and Communication entstanden. Die BAG hat den Aufruf #wannwennnichtjetzt gestartet und macht auf Missstände aufmerksam, die durch die Pandemie noch verschärft werden: Häusliche Gewalt, Vereinbarkeit von Lohn- und Care-Arbeit, Homeschooling, Situation von Frauen und Kindern in Gemeinschaftsunterkünften, Arbeitsbedingungen des Kranken- und Altenpflegepersonals.


Mit der Kampagne soll eine gesellschaftliche Diskussion angeregt und endlich ein grundsätzliches Umdenken in der Pflegepolitik bewirkt werden. Bis zum Ende des Jahres 2021 wird es unter dem Motto „Wann, wenn nicht jetzt!“ eine Pflegekampagne in drei Teilen geben: „Pflegerebellion“, „Keine Ware“ und „lebensrelevant“

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