Paula Talk mit Arpana Aischa Berndt und Raquel Kischori Dukpa: Feministische und diskriminierungskritische Kulturproduktion

von Olga Burlaka

In den meisten Kulturproduktionen wie in Filmen werden nach wie vor zu wenige Rollen mit Schwarzen Menschen, People of Color (PoC), Menschen mit Einschränkungen oder queeren Menschen besetzt. Warum das so ist und wie es behoben werden kann, darüber unterhielten sich Arpana Aischa Berndt und Raquel Kischori Dukpa, die am 29. Januar 2021 im Rahmen unserer Reihe „Paula Talks“ bei Paula Panke zu Gast waren. Moderiert  wurde der Abend von Lea Marignoni.

Lea Marigoni, Raquel Kischori Dukpa und Arpana Aischa Berndt im Gespräch
Lea Marigoni, Raquel Kischori Dukpa und Arpana Aischa Berndt im Gespräch

Hochschullehre – geprägt von weißen Perspektiven

Arpana Aischa Berndt und Raquel Kischori Dukpa sind beide in der diskriminierungskritischen Beratung und Prüfung von Kulturproduktionen tätig. Sie haben angefangen, sich während des Studiums in Hildesheim mit feministischen und diskriminierungskritischen Fragen auseinanderzusetzen. In der Hochschule wurden vor allem Theorien von weißen Feministinnen gelehrt und grundsätzlich waren die Inhalte von weißen Perspektiven geprägt. Raquel erzählt, dass erst die Auseinandersetzung mit feministischen Werken und Filmen von Schwarzen Personen oder PoC für sie neue Perspektiven eröffnet hat.

Netzwerke sind zentral

Beide sind sich einig, dass das Interesse und die spätere Beschäftigung mit diskriminierungskritischer Kulturproduktion nach wie vor notwendig ist. Denn die weiße Perspektive allein ergibt ein unvollständiges Bild. Wichtig ist es, weitere sichtbar zu machen. Deshalb sind Netzwerke in der diskriminierungskritischen Arbeit wichtig. Sie ermöglichen es, unterschiedliche Menschen und Perspektiven zusammenzubringen und die existierenden Macht-Dynamiken zu erkennen und zu verändern. Es geht darum, die Räume mit diesen bisher nicht sichtbaren Menschen zu besetzen. Und es müssen noch weitere Räume geschaffen werden, in denen Queere und BIPoC (Black Indigenous People of Color) Menschen  gut arbeiten können.

Feminismus = Solidarität

Für Raquel und Arpana bedeutet Feminismus in erster Linie Solidarität. Das heißt, sich gemeinsam für unterschiedlichste Menschen und ihre Perspektiven einzusetzen, um sie sichtbar zu machen. Dazu gehört für sie, ständig zu reflektieren, was man macht, sieht und konsumiert. Entscheidend finden beide, dass Feminismus antirassistisch ist und sein muss. Denn es geht darum, Solidarität mit Menschen zu zeigen, die weniger Privilegien haben.

Rassismus in Deutschland

Schließlich diskutierten sie über das Thema Rassismus in Deutschland. Raquel und Arpana sind überzeugt, dass es Rassismus auch hierzulande unstrittig gibt und man mit den existierenden Strukturen arbeiten muss. Sie erzählten von ihrer Arbeit für den Film „Futur Drei“ und zeigten daran exemplarisch die Situation von der Kulturproduktion in Deutschland sowie die Rolle von Social Media bei einer antirassistischen Haltung. Abschließend gaben sie Tipps zu ihren Lieblingsfilmen und -serien, die nicht diskrimierend sind.

Das gesamte Gespräch ist auf unserem YouTube Kanal verfügbar.

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