Sabine Rennefanz zu Gast im frauenpolitischem Salon

Zum Auftakt der neuen Reihe “frauenpolitischer Salon” sprach Ulrike Rothe, Historikerin und Paula Panke Mitfrau mit der Berliner Journalistin und Autorin Sabine Rennefanz. Diese beschrieb ihre Wut über abwertende Klischees gegenüber Ostdeutschen, den „Exportschlager ostdeutsche Frau*“ als Vorzeige Feministin, die durch den Mauerfall erlebte Entwurzelung und die darauf folgende Suche nach einer neuen Identität und nach Möglichkeiten zur – nicht nur beruflichen – Selbstverwirklichung. Gefühle und Situationen, die viele der Besucherinnen* durch eigene Erlebnisse gut nachvollziehen konnten.

Frau Rennefanz berichtete auch aus ihrem Leben als Vollzeit arbeitende Journalistin mit zwei Kindern, die Bücher schreibt und Abendveranstaltungen besucht. Möglich ist dies durch ein progressives Familienmodell und einen Partner, der in Teilzeit arbeitet. Sie sprach ganz offen über die Ambivalenzen des Mutterseins, die sonst kaum eine zu erwähnen wagt – die unglaubliche Liebe, aber auch Verzweiflung, Einsamkeit und die ständigen Vergleiche mit anderen Müttern.

Einen angeregten, über das Ende der Veranstaltung andauernden Austausch unter den Besucherinnen* eröffnet die Frage, ob ostdeutsche Frauen* denn nun wirklich die Avantgarde waren und sind. Die Besucherinnen* waren sich einig, dass die Ostfrauen* aktuell wenig differenziert als Superfrauen* schlechthin bezeichnet werden – eine Beschreibung, die vielen so nicht zusagt. Wir freuen uns auf eine Fortsetzung dieser und weiterer spannender Diskussionen im nächsten frauenpolitischen Salon!

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