



Liebe Besucherinnen, liebe Freundinnen,
in wenigen Tagen feiert Paula gemeinsam mit ihrer „alten“ Freundin Frieda aus wilden Kindertagen Geburtstag. 22 Jahre streiten wir gemeinsam in Pankow und Friedrichshain für Gleichstellung von Frauen und Männern, für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie und gegen jegliche Art von Diskriminierung, Gewalt und Benachteiligung von Frauen, hier und überall. Diese Februartage 2012 lassen Dank der Kürzungen der Jobcenter und anderer Existenzbedrohungen Erinnerungen an den Beginn aufkommen. Mit wenig Projekterfahrung, ohne Geld und Büro sind mutige DDR-Frauen damals gestartet. Das macht uns optimistisch auch dieser schwierigen Zeit mit kreativen Ideen zu begegnen. Seit dem 1. Februar 2012 haben wir nach Jahren erfolgreicher Realisierung keine Kinderbetreuung bei Paula Panke mehr, keine flexible und keine „Randzeitbetreuung“. Für die 15 bei uns beschäftigten Betreuerinnen gab es keine Anschlussfinanzierung. Das war zwar absehbar, bleibt aber ein politischer Skandal, weil gerade so verhindert wird, dass Frauen mit Kindern eigener Existenz sichernder Erwerbsarbeit nachgehen können. Jetzt meinen wir, muss die Politik handeln und Lösungen für diese Versorgungslücke anbieten. Gerne bringen wir uns mit unseren Erfahrungen in diesen Prozess ein.
Wir freuen uns trotz der dramatischen Angebotsverluste auf diesen Geburtstag und unsere Gäste. Am Donnerstag, 16. Februar ab 19.00 Uhr findet Ihr uns im Haus der Demokratie, in der Greifswalder Straße. Schon der Name der feministischen Comedy- Gruppe "Muschiballett“ ist eine Provokation, aber schaut Euch dann noch Ihr messerscharfes Programm an ...
„Streitbar und vernetzt“, so das Motto des 8. März 2012 in Pankow. Der Internationale Frauentag wird dieses Jahr von uns mit vielen Pankower Projekten im Rathaus gewürdigt. Anlass ist auch der 10. Geburtstag des Pankower Frauenbeirats. Auch hier freuen wir uns auf Euch! Bitte bringt Ideen und Forderungen mit, denn Ihr werdet kompetente Pankower Politikerinnen und Politiker treffen. Gerlinde Kempendorf wird Lieder aus 100 Jahren Frauenpower singen, Djane Ronja legt für uns auf.
Gleich mit dem Internationalen Frauentag 2012 wird es ganz bestimmt schnell Frühling!
Das wünscht sich sehr:
Projektleiterin
Presseerklärung
des Frauenzentrums Paula Panke e.V. zum Ende des Öffentlichen Beschäftigungssektors in Berlin
In der Bundeshauptstadt ist als Folge struktureller wirtschaftlicher Veränderungen die sogenannte „Sockelarbeitslosigkeit“ sehr hoch. Menschen, die nicht mehr jung sind, über keine Markt adäquaten Qualifizierungen verfügen, kleine Kinder haben oder mit Handicaps leben müssen, verbleiben perspektivlos in sozialen Transfersystemen, trotz hoher Erwerbsmotivationen.
Das noch vorhandene Netz sozialer kultureller Projekte bietet für diese Menschen Beschäftigungen an, wo ihre spezifischen Kompetenzen gefragt sind und begleitend Weiterbildung geboten wird.
Der Öffentliche Beschäftigungssektor in Berlin war ein wichtiger Schritt hin zu einer modernen Beschäftigungspolitik, weil er davon ausging, nicht Arbeitslosigkeit, sondern Arbeit zu finanzieren.
Mit den Instrumenten des Öffentlichen Beschäftigungssektors hat das
Aus Arbeitslosengeld II- Empfängerinnen wurden Vollzeitbeschäftigte, die, wenn Kindergärten schließen oder noch nicht geöffnet sind, kleine Kinder berufstätiger oder studierender Mütter zu Hause umsorgen. Das ermöglichte vielen jungen Pankower Eltern, besonders getrennt Erziehenden einer eigenen Erwerbstätigkeit im Handel, Gesundheitswesen, bei den Berliner Verkehrsbetrieben usw. nachzugehen.
Noch bis zum 31. Januar 2012 arbeiten 16 Frauen als Betreuerinnen. Mehrheitlich sind diese Frauen über 55 Jahre und mit wenig realen Chancen auf einen beruflichen Neuanfang.
Diese Frauen haben allein im Jahr 2011 über 153 Kinder (Mehrfachbetreuungen einzelner Kinder) versorgt, 42 Familien stehen auf der Warteliste.
Durch den Wegfall dieses Angebots einer flexiblen Betreuung außerhalb von Öffnungszeiten der Kindergärten, sehen besonders getrennt erziehende Mütter ihre Erwerbsfähigkeit gefährdet.
Warum ist eine weitere Förderung dieses zeitgemäßen Projekts 2012 nicht vorgesehen?
Die Bundesregierung hat eine „ Instrumentenreform“ verabschiedet, die ab 1.04. 2012 greifen soll und nichts anderes als eine massive Streichung von Mitteln für eine aktive Arbeitsmarktpolitik darstellt.
Die neue Berliner Landesregierung hat sich eiligst vom Öffentlichen Beschäftigungssektor verabschiedet, weil er angeblich zu teuer sei.
Diese Ignoranz gegenüber Langzeiterwerbslosen ist kaum zu überbieten. Die Folgen werden eine dramatische Zunahme der Altersarmut und brutale soziale Verwerfungen sein.
Das
Die Mittel für aktive Arbeitsmarktpolitik müssen entsprechend eingesetzt und erhöht werden. Wir brauchen in Berlin dringend flexible bezahlbare Kinderbetreuung, um eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie gewährleisten zu können.